Kandidaten-Geschichte
„Vom Bestellabwickler zum strategischen Einkäufer, den Schritt hätte ich allein nicht geschafft.“
Kevin S. · Strategischer Einkäufer
Vermittelt in 7 Wochen
KI-generiertes BildDie Ausgangslage
Auf dem Papier war ich fünf Jahre lang Einkäufer, in der Praxis habe ich Bestellungen abgewickelt, die andere verhandelt hatten. Preise, Lieferanten und Rahmenverträge kamen fertig aus dem strategischen Einkauf, ich habe abgerufen, gemahnt und Liefertermine gejagt. Jede meiner Bewerbungen auf strategische Einkaufsstellen scheiterte an derselben Stelle: keine nachweisbare Verhandlungserfahrung, das stand manchmal sogar wörtlich in der Absage. Intern durfte ich die Erfahrung aber auch nicht sammeln, mein Chef sagte mir einmal offen, dafür habe er ja die Senior-Kollegen. Ein perfekter Teufelskreis, und mit jeder Absage bin ich ein Stück kleiner geworden. Nach der vierten habe ich fast ein Jahr lang gar keine Bewerbung mehr geschrieben.
Der Weg mit Talnovia
Mein Berater hat meinen Lebenslauf nicht schöngeredet, sondern die Lücke im ersten Gespräch offen angesprochen, und komischerweise war genau das eine Erleichterung. Statt die fehlenden Verhandlungsjahre zu verstecken, haben wir eine Stunde lang durchgegraben, was ich tatsächlich gemacht hatte: Lieferantenaudits begleitet, eine ERP-Umstellung im Einkauf mitgetragen, Reklamationsquoten ausgewertet und daraus Lieferantenbewertungen gebaut. Das hatte ich selbst nie als Verkaufsargument gesehen, für mich war das Alltag. Dann hat er gezielt einen Arbeitgeber gesucht, der bewusst entwickeln will statt fertig einzukaufen, ein Zulieferer, dessen Einkaufsleiter selbst als Quereinsteiger angefangen hatte. Im Gespräch ging es dann tatsächlich um meine Audits und Datenauswertungen, nicht um die fehlenden Jahre. Nach sieben Wochen hatte ich den Vertrag, für eine Stelle, an die ich mich allein nicht mehr herangetraut hätte.
Was den Unterschied gemacht hat
Der Hebel war die Suche nach dem richtigen Empfänger statt nach der perfekten Bewerbung. Meine Unterlagen waren nie das Kernproblem, sie landeten nur bei Unternehmen, die eine fertige Fachkraft wollten und Entwicklungspotenzial gar nicht bewerten. Ein Einkaufsleiter, der selbst quer eingestiegen war und bewusst jemanden formen wollte, hat dieselben Unterlagen komplett anders gelesen. Dazu kam die ehrliche Aufarbeitung meiner Projekterfahrung: Audits und Systemumstellungen waren der Beleg, dass ich analytisch arbeiten kann, und Verhandeln lässt sich lernen, Analytik deutlich schwerer. Diese Argumentation hätte ich mir allein nie zugetraut, weil ich meine eigene Erfahrung fünf Jahre lang kleingeredet hatte.
Heute
Ich verantworte heute eine eigene Warengruppe mit siebenstelligem Volumen bei einem Zulieferer, inklusive Jahresgesprächen und Rahmenverträgen, also genau der Arbeit, die vorher unerreichbar schien. Meine erste eigene Jahresverhandlung habe ich mit meinem Chef gemeinsam vorbereitet und dann allein geführt, mit weichen Knien und einem ordentlichen Ergebnis. Mein neuer Arbeitgeber hat mir im ersten Jahr eine Verhandlungsschulung bezahlt und mich danach direkt in die nächste Runde geschickt. Die Datenauswertungen aus meiner alten Rolle nutze ich heute täglich, sie sind mein Vorteil gegenüber Kollegen, die nur verhandeln gelernt haben. Genau diese Entwicklung war vorher fünf Jahre lang nicht möglich, nicht weil ich es nicht konnte, sondern weil es niemand zugelassen hat.
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