Kandidaten-Geschichte
„Mit 49 hieß es überall, ich sei zu teuer. Talnovia hat einen Arbeitgeber gefunden, der Erfahrung bezahlt.“
Frank B. · Produktionsleiter
Vermittelt in 9 Wochen

Die Ausgangslage
Nach 22 Jahren im selben Werk wurde meine komplette Führungsebene wegrationalisiert, ein Berater-Projekt, drei Monate, dann war die Struktur eine andere und meine Stelle weg. Mit 49 war ich zum ersten Mal seit meiner Ausbildung auf Jobsuche und habe schnell gelernt, wie sich Absagen anfühlen, die eigentlich mein Geburtsjahr meinen: freundlich, schnell und ohne echte Begründung. Einmal kam die Absage keine zwei Stunden nach dem Absenden, da kann niemand meine Unterlagen gelesen haben. Zwei Personalberatungen haben mich in ihre Karteien aufgenommen, versprochen, sich zu melden, und dann nie wieder etwas hören lassen. Nach drei Monaten habe ich nachts wach gelegen und gerechnet, ob ich bis zur Rente irgendwie mit Übergangsjobs komme. Meine Frau hat mich damals mehr gehalten, als ich damals zugegeben hätte.
Der Weg mit Talnovia
Das erste Gespräch fing anders an als alle davor: nicht mit meinem Alter, sondern mit der Frage, was in 22 Jahren Werksleben eigentlich alles passiert ist. Wir haben drei Werksumbauten, zwei eingeführte Schichtmodelle und die Ausbildung von einem guten Dutzend Meistern zusammengetragen, und mein Berater hat daraus eine klare These gebaut: gesucht wird nicht trotz, sondern wegen der Erfahrung. Er hat gezielt Unternehmen angesprochen, bei denen eine erfahrene Hand fehlte, etwa weil eine junge Mannschaft ohne gestandene Führung dastand oder ein Wachstumsschritt Struktur brauchte. Statt zwanzig Bewerbungen gab es vier gezielte Kontakte, daraus wurden zwei Gespräche, und beide liefen auf Augenhöhe, weil die Gegenseite von Anfang an wusste, wen sie da einlädt. Nach zwei Gesprächen lagen zwei Angebote auf dem Tisch, beide ohne Abstriche beim Gehalt. Das erste Mal seit Monaten hatte ich wieder eine Wahl, statt auf Gnade zu hoffen.
Was den Unterschied gemacht hat
Der Hebel war die Umkehr der Erzählung: aus 'zu alt und zu teuer' wurde 'genau die Erfahrung, die hier fehlt'. Auf dem offenen Markt konkurrierte ich mit Bewerbern, die 15 Jahre jünger und billiger waren, und in diesem Vergleich verliere ich auf dem Papier immer. Bei Unternehmen, deren konkretes Problem fehlende Führungserfahrung war, drehte sich der Vergleich um, dort war mein Alter der Beleg für das, was gesucht wurde. Entscheidend war also nicht, mich jünger zu machen, sondern die Arbeitgeber zu finden, für die mein Profil die Lösung ist. Diese Auswahl konnte nur jemand treffen, der die Unternehmen und ihre Baustellen wirklich kannte.
Heute
Ich leite heute die Produktion eines Verpackungsherstellers mit 120 Beschäftigten und baue dort gerade die zweite Schicht auf, mit genau dem Schichtmodell-Wissen, für das ich geholt wurde. Meine Meister sind im Schnitt Mitte 30, und die Mischung aus ihrem Tempo und meiner Erfahrung funktioniert besser, als ich es zu hoffen gewagt hätte. Der Geschäftsführer fragt mich vor Investitionen nach meiner Einschätzung, nach 22 Jahren Konzern ist diese Direktheit ein Geschenk. Die Sorge, mit Ende 40 aussortiert zu sein, hat sich in neun Wochen erledigt, und das Gehalt liegt auf dem Niveau meiner alten Stelle. Wenn ich heute Altersgenossen in derselben Lage treffe, sage ich ihnen: der Markt ist nicht zu, er ist nur woanders.
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